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Aus einer Idee wird ein Ort zum Teilen
Ein Buch mitnehmen, ein anderes zurücklassen oder einfach ein wenig stöbern: Dazu lädt die neue Bücherzelle vor der alten Schule in Venrath ein. Schon zur offiziellen Übergabe war sie gut gefüllt – mit Romanen, Krimis, Sachbüchern, Kinderbüchern, Zeitschriften und sogar einigen Spielen. Rund 40 Interessierte kamen zur Eröffnung - und viele, die an der Entstehung beteiligt waren.
Die Idee eines öffentlichen Bücherschranks begleitet unser Dorf schon seit mehreren Jahren. Erstmals kam der Gedanke bei einer Dorfversammlung im Jahr 2016 auf. Vor rund anderthalb Jahren griff die Vorsitzende der Frauengemeinschaft Venrath-Kaulhausen, Bärbel Ohoven, den Wunsch erneut auf und erklärte sich zugleich bereit, die künftige Betreuung zu organisieren.
Ein Projekt - viele Akteure - ein tolles Ergebnis
Das Orgateam des Dorfforums Venrath-Kaulhausen begleitete im weiteren Verlauf das Projekt, brachte die Beteiligten zusammen und koordinierte die nächsten Schritte. Eine der ersten Fragen war die nach dem richtigen Standort. Schnell fiel der Blick auf den Platz vor der alten Schule. Der Ortsausschuss St. Valentin befürwortete die Idee von Anfang an, für die Umsetzung war jedoch die Zustimmung des Kirchenvorstands der Pfarrei Christkönig als Grundstückseigentümer erforderlich. Mit Erfolg: Die Kirche stellte den Platz zur Verfügung. So konnte die Bücherzelle genau dort ihren Platz finden, wo viele Venratherinnen und Venrather noch die frühere Telefonzelle in Erinnerung haben.
Der nächste wichtige Schritt: Für die Realisierung wurde ein gemeinnütziger Träger benötigt, der die Abwicklung von Fördermitteln, Spenden und vertraglichen Angelegenheiten übernehmen konnte. Diese Aufgabe übernahm die Dorfgemeinschaft Venrath-Kaulhausen e. V.
Wichtig war den Beteiligten, die Arbeiten vor Ort zu vergeben. Mit Sebastian Ohoven, Schreiner aus Kaulhausen, fand sich dafür der passende Partner. Er kümmerte sich um die Beschaffung einer ausgemusterten Telefonzelle, ieß sie über viele hundert Kilometer aus dem Osten Deutschlands anliefern und verwandelte sie mit handwerklichem Können und viel Liebe zum Detail in die heutige Bücherzelle. Unterstützt wurde er dabei von seinem Bruder Marcus Ohoven.
Die Finanzierung gelang durch öffentliche Fördermittel, die rund 80 Prozent der Kosten decken, sowie durch Sponsoring der RWE Power AG und Spenden der Kreissparkasse Heinsberg, der Volksbank im Westen und einer Privatperson, die nicht namentlich genannt werden möchte.
„Aus einer Idee ist durch viele Beteiligte ein Ort geworden, an dem Bücher weiterwandern und Menschen miteinander ins Gespräch kommen können. Danke an alle, die das Projekt angestoßen, begleitet, unterstützt und möglich gemacht haben“, sagte Friederike Grates als Sprecherin des Dorfforums bei der Übergabe. Ihr besonderer Dank galt der Dorfgemeinschaft Venrath-Kaulhausen e. V., insbesondere ihrer Kassenwartin Petra Groß, sowie dem Vorstandsteam der Frauengemeinschaft um ihre Vorsitzende Bärbel Ohoven. „Die Bücherzelle ist ein schönes Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn viele Menschen ihre Ideen, ihre Zeit und ihr Engagement für unser Dorf einbringen.“
Auch Bürgermeister Stephan Muckel nahm an der Eröffnung teil und würdigte das Engagement vor Ort. „Früher wurden von hier aus Gespräche geführt, heute gehen Bücher auf die Reise. Beides bringt Menschen zusammen. Schön zu sehen, was hier mit viel Einsatz und Gemeinschaftssinn entstanden ist.“
Mit dem Durchschneiden einer dicken roten Schleife und der symbolischen Schlüsselübergabe endete der offizielle Teil, und man feierte anschließend bei Kaffee und Kuchen im Pfarrheim.
Wie seinerzeit versprochen, kümmern sich künftig Bärbel Ohoven und Roswitha Krausewitz und Maria Honings als Patinnen um die Bücherzelle.
Regeln
Damit alle lange Freude an dem Angebot haben, gelten einige einfache Regeln:
- Bücher, Zeitschriften und Spiele dürfen kostenlos mitgenommen werden.
- Wer möchte, kann gut erhaltene Bücher, Zeitschriften oder Spiele einstellen – allerdings nur so viele, wie in die Regale passen.
- Beschädigte Bücher oder andere Gegenstände gehören nicht in die Bücherzelle.
- Lektüre mit extremistischem, pornografischem oder jugendgefährdenen Inhalten dürfen nicht eingestellt werden.
- Es dürfen auch keine Bücherstapel oder etwa Trödelsachen vor oder neben der Zelle abgestellt werden.
Geöffnet ist die Bücherzelle täglich von 10 bis 18 Uhr.
Förderung
Das Projekt wird zu 80 Prozent mit Mitteln des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes gefördert.
Gruppenfoto (Helmut Wichlatz)
v.l.n.r.: Friederike Grates (Dorfforum), Roswitha KRausewitz und Bärbel Ohoven (Frauengemeinschaft und Patinnen der Bücherzelle), Petra Groß (Kassenführung Dorfgemeinschaft), Schreiner Sebastian Ohoven, Pia Wirtz-Schopiak (Vorsitzende Dorfgemeinschaft)





















